Achensee – in Rofan- und Karwendelgebirge finden Urlauber ihre Herausforderung in der Vertikalen

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Routen mit Aussicht: Der Achensee gehört zu den Hot Spots für Kletterer in Tirol

Alpine Atmosphäre mit außergewöhnlichen Aussichten. Steil aufragende Felswände, die nicht irgendwo in der Abgeschiedenheit liegen, sondern schnell per Bergbahn, zu Fuß oder auch mit dem Mountainbike erreicht sind. In der Nähe vielleicht sogar das eine oder andere Almgasthaus. Schon sind Kletterer glücklich. Kein Wunder, dass der Achensee seit Jahren zu Tirols Top Spots gehört. Inzwischen erschließen rund 250 Sportkletterrouten und acht Klettersteige das Rofan- sowie das Karwendelgebirge.

Noch bis in die 1980-er Jahre hinein suchte man sich seinen Weg in der Vertikalen meist selbst und war froh über jeden Bohrhaken, den ein Vorgänger irgendwann schon einmal in den Fels getrieben hatte. „Weil es neben Geschick und Erfahrung auch viel Zeit kostete, eigenhändig die Voraussetzungen zur Seilsicherung zu schaffen, kamen viele erst gar nicht in den Genuss, sich richtig auszupowern“, weiß Mike Rutter von der Sektion Innsbruck des österreichischen Alpenvereins. Heute haben Sportkletterer die Auswahl zwischen zahlreichen, bestens vorbereiteten Routen, die von 1 gleich leicht bis 11 gleich richtig schwer unterschiedliche Schwierigkeitsgrade aufweisen. Mike Rutter, der den Achensee wie seine Westentasche kennt und sich hier aufgrund des hellen Kalkgesteins immer wieder an die bekannten Kletterreviere in Südfrankreich erinnert fühlt, schwärmt besonders von „Hokuspokus“ – einer 8+ am Klobenjoch im Rofangebiet: „Traumhafte Felsqualität, eine kompakte Wand, die international locker mithält und ein gigantischer Blick auf den tiefblauen Achensee.“

Während viele Gäste bequem mit der Rofanseilbahn nach oben gondeln, um ihre Kräfte fürs Abenteuer in der Vertikalen zu schonen, erreicht man das Klettergebiet Gramai im Zweifel sogar mit dem eigenen Auto. Sportlich Ambitioniertere schwingen sich aufs Mountainbike und strampeln die sieben Kilometer durchs Falzthurntal hinauf zum Südwandsockel des 2457 Meter hohen Sonnjochs. Aufgrund der südlichen Ausrichtung kann hier vom frühen Frühjahr bis in den späten Herbst geklettert werden. Sämtliche Routen liegen im unteren und mittleren Schwierigkeitsbereich zwischen 4 und 8, und neben der Klettergrundausrüstung gehört hier ein 55 Meter langes Doppelseil zum Abseilen ins Gepäck. Wer mag, quartiert sich gleich in der Gramaialm ein, die idyllisch im Talschluss liegt und nicht nur mit herzhaften Schmankerln, sondern auch mit komfortablen Zimmern lockt. Von hier aus ist’s übrigens auch nicht mehr weit bis zur Lamsenjochhütte, einem Klettergebiet mit bis zu 400 Meter hohen Wänden. Neben modernen,
gut abgesicherten Sportkletterrouten finden Cracks in diesem Gebiet traumhafte alpine Routen, auf denen man wie früher üblich den sicheren Weg nach oben selbst machen und finden muss. „Die Kletterei birgt immer ein Risiko“, betont Mike Rutter und weist darauf hin, dass nichts über perfekte Vorbereitung geht – mental, konditionell, strategisch und (ausrüstungs-)technisch. Auch nach dem erfolgreichen Absolvieren von Kletterkursen empfiehlt er, sich für die ersten anspruchsvolleren Touren staatlich geprüften Bergführern anzuschließen, um weitere Erfahrungen zu sammeln. Achensee Tourismus vermittelt gern Experten und hat für Neulinge sogar Pauschal-Angebote gestrickt. Das Arrangement „Kletterluft schnuppern“ kostet 211 Euro inklusive Einsteigerkurs mit Ausrüstung, zwei Nächten in einer Frühstückspension, Berg- und Talfahrt mit der Rofanseilbahn und weiteren Extras.

Wer dagegen ganz langsam aufbauen möchte, probt erste Balanceakte zwischen den Baumwipfeln im Waldhochseilgarten Achensee und nähert sich der Königsdisziplin des freien Kletterns allmählich übers Klettersteiggehen. Auch hier ist die Auswahl im Rofangebirge vorbildlich. Als besonderes Highlight gilt der 5-Gipfel-Klettersteig – mit insgesamt zwei Kilometern einer der längsten Österreichs. Doch auch wenn man Haidachstellwand, Rosskopf, Spieljoch, Seekarlspitze und Hochiss im Prinzip direkt hintereinander erklimmen kann, entscheiden sich die meisten je nach Kondition und Können für einen oder zwei der fünf Berge, die unterschiedliche Schwierigkeitsgrade aufweisen.

Besondere Tipps: Klettern am Achensee

Rund um den Achensee können bei verschiedenen Anbietern Kletterkurse gebucht werden. Anfänger haben die Wahl zwischen einer ein- und einer zweitägigen „Einführung ins Sportklettern“: Der Crash-Kurs kostet 90 Euro pro Person, das zweitägige Training 250 Euro pro Person.  Wäre am Achensee zum Klettern ist oder hier seinen Urlaub verbringt, sollte in Steinberg am Rofan vorbeischauen – ein ganz besonderer Ort in Tirol.

Video Klettern am Achensee

Bilder Klettern am Achensee

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Klettern am Achensee - mit im "Tiroler Meer" liegt das Kletter- und Wanderparadies Rofan- und Karwendelgebirge. Mit seinen rund 250 Sportkletterrouten und acht Klettersteigen stellt die Region Achensee ein ideales Ausflugsziel für Einsteiger wie auch geübte Kletterer dar.

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