Das Bergsteigerdorf Johnsbach – ein alpines Kletterparadies

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Bergsteigerdorf Johnsbach in der Obersteiermark

Gut 150 Einwohner verzeichnet die bis Anfang 2015 eigenständige Gemeinde Johnsbach im Gesäuse und der heutige Ortsteil von Admont im Bezirk Liezen in der Obersteiermark, das malerische kleine Dorf liegt mitten im 110 km² großen Nationalpark Gesäuse. Gemeinsam mit den benachbarten Gemeinden Altenmarkt bei St. Gallen, Ardning, Landl und St. Gallen bildet das Bergsteigerdorf Johnsbach Gesäuse den touristischen Verbund der Alpenregion Nationalpark. Bekannte Attraktionen ganz in der Nähe sind der Nationalparkpavillon in Gstatterboden, von dem man eine faszinierende Fernsicht auf die bis zu 1.000 Meter hohen Kalkwände der Hochtorgruppe hat, und der Bäumen und Planen erstellte Weidendom an der Enns, der häufig für Präsentationen genutzt wird.

Die unter Kletterern wohl berühmteste Sehenswürdigkeit in Johnsbach ist aber sicherlich der berührende Bergsteigerfriedhof, unter dessen Grabkreuzen und Gedenksteinen so renommierte Vertreter der klassischen Alpinistik wie Fritz Schmid, Gustav Jahn und Hubert Peterka ruhen. Schon seit 1810 wird dort auch eine Verunglücktenliste geführt auf der mittlerweile mehreren Hundert Namen stehen, weitaus mehr also, als das Bergsteigerdorf Johnsbach jemals Einwohner besaß. Seinen exorbitanten Ruf als anspruchsvolles und nicht ganz ungefährliches Klettergebiet hat sich das Gesäuse als nordöstlicher Teil der Ennstaler Alpen spätestens in den 1920er Jahren gesichert, als sich die sog. „jungen Wilden“ aus Wien und Graz daran machten, die „letzten Probleme“ der dortigen Berge zu bewältigen. So gelang die Besteigung der kniffeligen Dachl-Rosskuppen-Verschneidung erstmals 1936.

Maßgeblichen Anteil an der Erschließung des Gesäuses für den Bergsport hatte Walter Almberger, der zusätzlich mit der ersten Winterdurchsteigung der Eigernordwand im Jahr 1961 Alpingeschichte schrieb. Das Bergsteigerdorf Johnsbach Gesäuse ist trotz seiner geringen Größe der touristisch wichtigste Ort in der Region, direkt gegenüber des legendären Friedhofs erhebt sich der Große Ödstein, dessen Gipfelregion man über die Mödlinger Hütte und die Hesshütte erreicht. Die Mehrheit der Berge in der Gegend sind jedoch eher etwas für geübte und erfahrene Bergsportler. Die Erhebungen der Buchsteingruppe, Hochtorgruppe, Admonter Reichensteingruppe und Lugauer-Zinödl-Gruppe wie der Große Buchstein, die Planspitze, der Haindlkarturm, der Kalbling und der Lugauer erfordern durchaus verlässliche Schwindelfreiheit, hohe Konzentration und absolute Trittsicherheit.

Rund um das Bergsteigerdorf Johnsbach Gesäuse finden Gäste der Gegend auch zahlreiche schöne Ausflusgziele, so etwa das imposante Benediktinerstift Admont aus dem späten 11. Jahrhundert als ältestes Kloster der Steiermark mit der größten Klosterbibliothek der Welt. Ein bedeutendes frühbarockes Baudenkmal aus der Mitte des 17. Jahrhunderts ist Schloss Röthelstein im Süden von Admont, seit der umfangreichen Renovierung Anfang der 1970er Jahre wird es als Jugendgästehaus genutzt. Ein weithin sichtbares Schmuckstück sakraler Architektur ist die prunkvoll und verschwenderisch üppig gestaltete Wallfahrtskirche Frauenberg auf dem Kulmberg über Ardning, der Hochaltar und das Deckengewölbe mit Fresken werden immer wieder von kunsthistorisch interessierten Urlaubern staunend besichtigt.

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Bilder Bergsteigerdorf Johnsbach

 

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Bergsteigerdorf Johnsbach - der kleine Ort Johnsbach im Gesäuse ist ein Paradies für Kletterer. Aber auch ambitionierte Bergwanderer, Skitourengeher und Schneeschuhwanderer finden eine Fülle an Tourenzielen.

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