Das Bergsteigerdorf Zell Sele im Klagenfurt-Land

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Das Bergsteigerdorf Zell Sele in Südkärnten

Gut 615 Einwohner leben zurzeit in der zweisprachigen Kärntner Gemeinde Zell/Sele nördlich der Gebirgskette Karawanken im Bezirk Klagenfurtland. Der im 11. Jahrhundert entstandene Ort liegt direkt an der österreichisch-slowenischen Staatsgrenze und ist von der Landeshauptstadt 20 Kilometer, von der „Büchsenmacherstadt“ Ferlach 6 Kilometer entfernt. Trotz der traurigen Vergangenheit im Zweiten Weltkrieg, als die Gegend eine Hochburg des Widerstands gegen das Naziregime, und damit Zielscheibe erbitterter Repression war, ist man hier heute sehr froh über und stolz auf das gemeinsame kulturelle Erbe der beiden Volksgruppen. Ausdruck dessen ist auch der schon seit dem Jahr 1972 bestehende „Wahlbruderschaftsbrief“ mit dem slowenischen Städtchen Škofja Loka.

Zell Sele in Südkärnten

Das Bergsteigerdorf Zell Sele in Südkärnten (c) Helmut Schwann

In sportlicher Hinsicht ist das Bergsteigerdorf Zell Sele natürlich vor allem wegen der nahen Karawanken ein häufiges Ziel von Kletterern aus dem In- und Ausland. Eingerahmt wird das kleine Dorf von drei Gipfeln, namentlich dem Ferlacher Horn/Gerloutz/Grlovec (1840 Meter), dem Obir (2139 Meter) und dem gut 14 Kilometer langen Gebirgsstock Koschuta/ Košuta, dessen höchste Erhebung der Koschutnikturm/Košutnikov turn (2136 Meter) ist. Auf das Ferlacher Horn, auf dem es keine Schutzhütten gibt, gelangt man über diverse ungefährliche, aber mühsame Aufstiege. So von Waidisch, Ferlach und Zell-Winkel sowie vom Loibltal aus über den Eselsattel. Der Hochobir ist gut von der Eisenkappler Hütte in zwei Stunden zu erreichen, auf die Nordflanke der Koschuta führt der Klettersteig vom Hajnžsattel, der ÖTK-Steig und der Lärchenturm-Klettersteig.

Das Bergsteigerdorf Zell Sele hat übrigens mit fast 90 Prozent slowenisch sprechenden Bürgern den diesbezüglich höchsten Anteil im ganz Kärnten, demzufolge sind natürlich auch die meisten Beschilderungen im Ort zweisprachig gehalten. Wen es nicht gleich ganz hoch auf die weiter eroberten Berge zieht, der kann auch schöne Wanderungen zwischen den Ortsteilen von Zell Sele unternehmen, wo teilweise nur wenige Dutzend Menschen auf abgelegenen Höfen leben. Im Einzelnen sind dies Freibach (Borovnica), Homölisch (Homeliše), Koschuta (Košuta), Mitterwinkel (Srednji Kot), Oberwinkel (Zvrhnji Kot), Pfarre (Cerkev/Fara) und Schaida (Šajda). Ein schönes Ausflugsziel speziell im Sommer ist auch der Freibacher Stausee, der nach einer schweißtreibenden Tour herrliche Erfrischung in glasklarem Wasser verspricht.

Ein häufig besuchtes Naturdenkmal unweit von Zell Sele sind auch die immer von April bis Oktober geöffneten Obir-Tropfsteinhöhlen in Eisenkappel-Vellach, wo schon vor gut 800 Jahren Bergbau betrieben wurde. In der südlichsten Gemeinde Österreichs kann man auch das Partisanenmuseum, die Wallfahrtskirche Maria Dorn, Schloss Hagenegg, die Ruinen Rechberg und Türkenschanze sowie die beiden Naturschutzgebiete Vellacher Kotschna und Trögerner Klamm besichtigen. Schöne Exkursionen vom Bergsteigerdorf Zell Sele aus sind auch in beiden Nachbarorte Sankt Margareten im Rosental und Gallizien möglich. Dorthin locken etwa die interaktive Naturwissenschaftsausstellung „Expi – hands on Science Center“ und der Wildensteiner Wasserfall als einer der höchsten Wasserfälle in Europa.

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Das Bergsteigerdorf Zell Sele liegt an der slowenisch-österreichischen Staatsgrenze an den Karawanken im Bezirk Klagenfurt-Land in Kärnten und hat eine Fläche von 75,3 km². Die Gemeinde liegt auf 950 Meter Seehöhe und rund 700 Einwohner. Zell-Sele besteht aus den drei Katastralgemeinden Zell im Winkel, Zell bei der Pfarre und Zell bei Sonnegg.

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