Das Bergsteigerdorf Grünau im Salzkammergut

0

Das Bergsteigerdorf Grünau im Salzkammergut

Knapp 2.100 Einwohner leben aktuell in der idyllischen Gemeinde Grünau im Almtal im Bezirk Gmunden im oberösterreichischen Traunviertel. Die landschaftlich wunderschöne Gegend, auch als Salzkammergut bekannt, ist unter Aktiv- und Natururlaubern vor allem wegen der Gewässer Almsee, Kleiner und Großer Ödsee im Hetzautal sowie aufgrund des kalkweißen Toten Gebirges als Ferienregion beliebt. Höchster Gipfel der Gebirgskette ist der Große Priel, seine stattlichen 2.515 Meter wurden erstmals im Jahr 1817 erklommen, 1819 bestieg Erzherzog Ludwig von Österreich samt großer Gesellschaft den markanten Berg. Bis heute konnte sich das Almtal durch den geografischen Vorteil, kein Durchzugstal zu sein, seinen authentischen Charakter bewahren. Zur gleichnamigen Tourismusregion gehören neben dem Bergsteigerdorf Grünau zusätzlich die Gemeinden Scharnstein, Pettenbach, Vorchdorf, Bad Wimsbach-Neydharting und St. Konrad.

Grünaus geschichtliche Ursprünge datieren aus dem späten 8. Jahrhundert, erstmalig urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahr 1160. Hektische historische Unruhe herrschte in dem beschaulichen und gemütlichen Dorf über die Jahrhunderte im Grunde genommen nie. Lediglich während der Koalitions- bzw. Napoleonischen Kriege von 1792 bis 1815 wurde die kleine Gemeinde vorübergehend von Truppen besetzt. Das traumhafte Bergpanorama veranlasste wohl schließlich auch den letzten König von Hannover Georg V., sich hier ab 1866 nach der Niederlage gegen die Preußen und seiner Abdankung im Exil niederzulassen. Durch den Anschluss an die Almtalbahn im Jahr 1901 erlangte der Fremdenverkehr im Ort einen wichtigen Impuls und bedeutenden Aufschwung, spätestens seit den 1950er Jahren ist der Tourismus einer der lokal wichtigsten Wirtschaftszweige.

Nicht minder bedeutsam für die seinerzeit steigende überregionale Bekanntheit waren die Entwicklungen der frühen 1970er Jahre. In dieser Zeit eröffneten sowohl der nach Schloss Cumberland im nahen Gmunden als Exil des hannoveranischen Welfenhauses benannte Cumberland Wildpark beim späteren Bergsteigerdorf Grünau als auch die Konrad-Lorenz-Forschungsstelle (KLF). Beide Einrichtungen profitieren seither von der engen fachlichen Kooperation miteinander, in dem gut 60 Hektar großen Wildpark können Besucher heute ca. 500 Tiere aus 70 Tierarten bestaunen, darunter auch Bedrohte wie etwa die seltenen Urwildpferde. Auf Wanderwegen lässt sich der Park gut erkunden, Kinder und Jugendliche können sich dort unter Anleitung als „Juniorranger“ versuchen. Zwischenzeitlich war auch das Wolfsforschungszentrum „Wolf Science Center“ (WSC) in Grünau angesiedelt, dieses arbeitet jedoch seit 2009 im Wildpark Ernstbrunn in Niederösterreich.

Heute darf sich die Gemeinde offiziell Bergsteigerdorf Grünau nennen, eine bekannte und empfehlenswerte Tour in der Gegend ist zum Beispiel der Schermberg Klettersteig Tassilo, für den man gut 3 Stunden benötigt. Der Zustieg zur Wand erfolgt über das Almtalerhaus 714 Meter über Grünau rund 500 Meter südlich des Kleinen Ödsees, die Hütte ist vom Dorf aus in ca. zwei Stunden erreichbar. Man gelangt dort auch mit dem Fahrrad hin, außerhalb der Jagdsaison ist sogar die Anfahrt mit dem Auto möglich. Von der Welser Hütte benötigt man ca. drei Stunden. Weitere schöne Touren in der Umgebung sind die Ödseenrunde in gut anderthalb Stunden und die Strecke Steyrling via Herrentisch, für die drei Stunden veranschlagen sollten.

Video Bergsteigerdorf Grünau

Bilder Bergsteigerdorf Grünau

95%
95%
Bewertung

Bergsteigerdorf Grünau - im östlichen Teil des Salzkammergutes, direkt am Fuße des Toten Gebirges und abseits von Durchzugsstraßen gelegen erwartet Sie das ganz besondere Winter-Urlaubsidyll Grünau im Almtal.

    War der Artikel hilfreich?
  • User Bewertungen (1 Stimmen)
    9.6
Weitersagen:

Kommentare