Das Bergsteigerdorf St. Jodok am Schnittpunkt des Schmirntals

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Das Bergsteigerdorf St. Jodok, Schmirn- & Valsertal

Gut 500 Einwohner zählt das kleine Dorf am Zusammenfluss des Schmirnbachs und des Valser Bachs am Schnittpunkt des Schmirntals mit dem Valsertal vor deren Einmündung in das Wipptal im Tiroler Bezirk Innsbruckland. Das Bergsteigerdorf St. Jodok verdankt seinen Namen dem französischen katholischen Heiligen, Einsiedler Klostergründer und Pilger Jodok aus dem 7. Jahrhundert, diesem ist auch die lokale gotische Pfarrkirche von 1425 gewidmet. Der Ort lag schon früh an der Pilgerroute vom Brenner bis nach Rom, seit Mitte des 19. Jahrhunderts wird das Dorf von der Brennerbahn geprägt. Eine eigene Haltestelle der Linie S4 verbindet St. Jodok mit Steinach in Tirol und der Landeshauptstadt Innsbruck.

Noch immer zeigen sich der Ort und seine unmittelbare Umgebung hauptsächlich von der Landwirtschaft bestimmt, alte Steinhäuser, wogende Getreidefelder und bunt blühende Gemüsegärten vermitteln ein ruhiges und harmonisches Bild bäuerlicher Idylle. Einige überregionale Bekanntheit genießt der hier traditionell angebaute Schwarzhafer, der früher der Stärkung der Zugpferde auf der strapaziösen Brennerroute diente und heute oft in Müsli und Spezialbroten Verwendung findet. Durch seine Lage in einem eher entlegenen Alpental hat sich das Bergsteigerdorf St. Jodok bis heute viel von seiner Ursprünglichkeit bewahren können. Hier spürt man wenig von der betriebsamen Hektik des benachbarten Skigebiets Hintertux, welches glücklicherweise durch die Gipfel des Tuxer Hauptkamms vom Dorf abgeschirmt ist.

Unter Kletterfreunden ist der Fußstein bzw. Feuerstein (3380) ein aufgrund seines stabilen Granitgesteins beliebtes Areal. Der an eine symmetrische Pyramide erinnernde Berg im Gletscher Alpeiner Ferner wird genau wie der Schrammacher (3410) meist über den Normalweg vom Pfitscher-Joch-Haus über den Südgrat sowie die Olpererhütte und die Geraer Hütte in gut sechs Stunden bestiegen. Über einen Grat ist der Fußstein auch mit dem Olperer (3476) verbunden, dem majestätisch über dem Bergsteigerdorf St. Jodok thronenden Hauptgipfel des Tuxer Kammes. Einen fast legendären Ruf unter Kennern genießt auch die Sagwandspitze (3227), deren sehr anspruchsvoll Nordostwand im Jahr 1947 erstmals erfolgreich bewältigt wurde.

Rund um St. Jodok finden Aktivurlauber auch zahlreiche Ausflugsziele mit lohnenswerten Attraktionen, so beispielsweise das Skigebiet Penken in Finkenberg (Zillertal 3000), das Wandergebiet Brennerberge bei Gries am Brenner, die Ruinen des Molybdänbergwerks auf der Alpeiner Scharte sowie das Naturschutz- und Natura-2000-Gebiet-Valsertal mit seinem außergewöhnlichen Blumenreichtum. Verführerisch duftende Pflanzen und Blüten bestimmen auch den 1.500 m² großen Kräuter- und Schaugarten von Schmirn im Ortsteil Toldern. In Steinach am Brenner kann die Pfarrkirche St. Erasmus und ein ehemaliges Jagdschloss des österreichischen Kaisers Maximilian I. von Habsburg aus dem 15. Jahrhundert besichtigt werden.

Video Bergsteigerdorf St. Jodok / Wipptal

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Bergsteigerdorf St. Jodok - die in der Initiative Bergsteigerdörfer vereinten Ortschaften sind Alpinismuspioniere in ihren Regionen. Deshalb haben die Berge und das Bergsteigen im kulturellen Selbstverständnis der Einheimischen und Gäste einen hohen Wert. Hier ist das Bewusstsein über den notwendigen Einklang zwischen Natur und Mensch noch lebendig und man respektiert natürliche Grenzen.

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